Kiwi-Insel

Traumstrand und holpriges Vergnügen

April 11th, 2009 by PhilMel

Gestern wollten wir eigentlich von Paihia aus nach Cape Reinga fahren, aber da das Wetter so schön war und wir unserem Reiseplan zeitlich ein wenig voraus waren, haben wir einen kleinen Abstecher zur Maitai-Bay gemacht und dort den wohl schönsten Strand Neuseelands gefunden! Feiner, weicher, weißer Sand, türkisblaues Wasser und weit und breit keine Menschenseele. Der absolute Traum! Uns so haben wir den ganzen Tag faul in der Sonne gelegen und sind abends bei Sonnenuntergang einsam am Strand entlang spaziert! *träum*

Nachdem wir die Durchfahrt zu unserem Traumstrand durch ein paar dickere Felsbrocken präpariert hatten, konnten wir völlig ungestört dem leisen Singsang der Wellen lauschen und uns in den Schlaf wiegen lassen. Da wir keine Vorräte mehr hatten, fiel das Frühstück am nächsten Morgen leider etwas mager aus. Mit den letzten beiden Tassen Kaffee bewaffnet, breiteten wir vor unserem Wagen im Gras eine kleine Decke aus und genossen stillschweigend die schöne Aussicht, während uns die Morgensonne langsam erwärmte.

Als sich etwa eine Stunde später die ersten Touristen durch unsere felsigen Hürden gekämpft hatten, brachen wir unsere Zelte schweren Herzens ab und machten uns auf nach Kaitaia, um von dort aus zum Cape Reinga zu fahren. Die ausgeschilderten 100km bis zu unserem Zielort hatten wir gegen Mittag hinter uns gebracht, doch anstelle einer schönen Aussicht standen wir vorerst vor einem weiteren Schild: „Von hier aus 20 km bis Cape Reinga!“ Die vorher ausgeschilderten 100 Kilometer bezogen sich nur auf den asphaltierten Teil der Strecke, danach folgen also noch mal 20 Kilometer grobe Schotterpiste. Natürlich haben wir nicht aufgegeben und sind mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von etwa 20 km/h wie auf Eierschalen weitergefahren.

Am Cape Reinga angekommen war die Sonne heiss, die Aussicht wunderschön und kurzum: wir hatten unseren Spaß! Leider gibt es hier außer eineinhalb Carparks und einer öffentlichen Toilette nichts mehr, so dass wir im Anschluss wieder zurück in Richtung Kaitaia gefahren sind, um dort unsere Vorräte aufzufüllen und nach einem Schlafplatz zu suchen. Und so kam es, dass wir mit einer kleinen Flasche Wein bewaffnet den Weg zurück zu unserem Traumstrand fanden!

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Paihia und die Sonnenanbeter

April 9th, 2009 by PhilMel

Je näher wir an Auckland heranfahren, desto größer wird die Anzahl der Touristen, die erst vor wenigen Tagen angekommen sind und deren Teint noch sehr stark an den eines Grottenolms erinnert. Und anstatt sich unter mehreren Schichten Sonnencreme und überdimensionalen Hüten zu verstecken, sitzen und liegen sie unter dem Motto „weniger ist mehr“ in der pralle Sonne und sprechen dabei ein kleines Gebet:

„Liebe Sonne, brate mich, verbrenne mich, denn so hell bin ich deiner nicht würdig!“

Wir hatten in Paihia die „Cream Trip „-Schiffstour gebucht, um die Highlights der Bay of Islands zu bewundern. Trotz der mäßigen Wetteraussichten haben wir uns vorher gut eingecremt, da wir schon so unsere Erfahrungen mit der neuseeländischen Sonne gemacht haben und wissen, dass sie ihre Wirkung auch mit dicker Wolkendecke zwischen ihr und uns nicht verfehlen wird.

Nach jeder Menge Inseln und dem berühmten „Hole in the Rock“ machten wir um die Mittagszeit einen kleinen Zwischenstopp auf Urupukapuka. Wieder zurück an Bord zeigte sich, dass die meisten der Gebete unserer hellhäutigen Begleiter erhört worden waren und sie deutlich an Farbe zugenommen hatten. Zwar nicht unbedingt eine schöne Bräune, aber immerhin ein doch recht kräftig leuchtendes Rot. Und anstatt dankbar zu sein und sich unter Deck zurückzuziehen, setzten sie sich alle auf der Rückfahrt in die pralle Sonne und beteten fleißig weiter. Bei dem ein oder anderen hörte die liebe Sonne besonders gut zu und so kam es, dass der Kopf eines Schweizers so langsam von leuchtend rot zu dunkelrot wechselte und die linke Gesichtshälfte einer jungen Engländerin damit begann allergisch zu reagieren und zu schwoll. Aber wer jetzt denkt, dass das nun Grund genug wäre, sich endlich einzucremen oder gar in den Schatten zu gehen, liegt vollkommen falsch. Angesichts der ungeteilten Aufmerksamkeit des brennenden Lavaballs am Himmel wurden Hosen hochgekrempelt und T-Shirts ausgezogen. Und das junge Mädchen mit dem zuschwellenden Gesicht blieb krampfhaft neben ihrem nicht minder verbrannten Oberkörper ihres Freundes in der Sonne sitzen und bedeckte ihre linke Gesichtshälfte mit einem kleinen, schmalen Handtuch.

Ein wenig nachdenklich sind wir am Ende des Tages (unverbrannt) von Bord gegangen und haben später am Abend den Schweizer mit der roten Rübe auf dem Campingplatz wieder getroffen. Und wir müssen tatsächlich zugeben, dass zumindest sein Kopf ein echter Blickfang war: Dieses dunkle rot, die kontrastreichen weißen Striemen von der Sonnebrille und dann noch diese kleinen, hellen Pusteln, die auf seiner Stirn immer größer wurden. Ein echter Hingucker!

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Coromandel Peninsula

April 6th, 2009 by PhilMel

Nach zwei faulen Tagen am himmlischen Strand von Papamoa sind wir heute nach Coromandel aufgebrochen, um dort mit der Driving Creek Pottery Railway zu fahren, einer kleinen einspurigen Bimmel-Bahn, die einmal quer durch den Dschungel zu einem schönen Aussichtspunkt fährt. Die Bahn gehört einem Töpfer, in dessen Laden man sich die Zeit bis zur Abfahrt vertreiben kann. Immer auf der Suche nach dem passenden Souvenir für die Daheimgebliebenen sind wir natürlich auch mal durchgeschlendert, aber nach einem kurzen Blick fiel uns auf, dass eigentlich alle angebotenen Sachen Risse hatten und die Preise (80 NZD für eine einfache Kaffee-Tasse mit Sprung) absolut überzogen waren. Das hat mich irgendwie stark daran erinnert, wie ich als Kind aus drei sich farblich extrem beißenden Wollknäueln einen Schal gehäkelt habe und ihn dann auf dem Flohmarkt für 100 Mark verkaufen wollte.

Als die Fahrt losging, wurde uns erklärt, dass der Töpfer selbst die gesamten Bahnschienen bis zum Aussichtspunkt verlegt hatte und er mit diesem Vorhaben 26 Jahre seines Lebens verbracht hat. Zwischendurch hat er natürlich weiter getöpfert und seine interessantesten Kreationen am Wegesrand aufgestellt. Wir glauben nicht, dass die beiden Bahnfahrer sich die auch mal wirklich angeschaut haben, denn Figuren von schwangeren Elefanten mit riesigen Brüsten und kleinen Schniedeln an denen der Zahn der Zeit genagt hat … wer will den so was sehen? Oder wollte der Töpfer vielleicht eher eine Geisterbahn bauen?

Mal abgesehen von den Wegverzierungen war die Fahrt an sich doch ganz lustig, zumal man wirklich das Gefühl hatte, durch den Dschungel zu tuckern und der Ausblick vom Aussichtspunkt war einfach gigantisch.

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So meistert man den anstrengenden Tag im Leben eines Backpackers

April 2nd, 2009 by PhilMel

09:30 Uhr Wecker klingelt, noch mal rumdrehen

10:00 Uhr Wecker klingelt wieder, im Van ist es langsam unangenehm heiss, also besser aufstehen

10:10 Uhr Anziehen, Spuren der Nacht aus dem Haar kämmen und erstmal Cornflakes essen

10:30 Uhr Zähne putzen

10:33 Uhr nach der Stadt-Karte für Rotorua suchen und das Visitor Center finden

10:40 Uhr nun das Visitor Center unter realen Bedingungen mit dem Van finden

10:54 Uhr in die lange Schlange vorm Schalter einreihen

- WARTEN -

11:30 Uhr grinsend mit Tickets in der Hand wieder in den Camper-Van steigen

11:50 Uhr im Kiwi House auf Guide „Brian“ warten

12:00 Uhr ein kleines Kiwi-Kücken beobachten, wie es aus dem Ei schlüpft, Teenie-Kiwis beobachten

wie sie gewogen und gefüttert werden, im Nachtgehege verrückten Kiwis beim schnüffeln

und rumspringen zuschauen

13:00 Uhr Viel Geld im Kiwi-Souvenirshop ausgeben

13:30 Uhr Fahrt mit der Rotorua-Gondel

14:00 Uhr endlich was zu Mittag essen und den schönen Ausblick über Rotorua genießen

14:45 Uhr Deinem Freund den Helm festzurren und ihm viel Glück wünschen, bevor er in einem Go-Kart

mit schlechten Bremsen den Berg runtersaust

15:05 Uhr brav Beweisfotos machen, als er in einem Stück mit der Gondel wieder hochgefahren kommt

15:30 Uhr mit der Gondel wieder runterfahren

17:00 Uhr wieder nach Rotorua reinfahren, besseren Parkplatz finden als um 10:40 Uhr

17:30 Uhr in einen Bus voller Touristen einsteigen, über die Witze des Busfahrers Dennis lachen und auf

sein Geheiss hin wie wild mit den Armen rudern und „Kia Ora“ schreien

18:00 Uhr der Willkommens-Zeremonie der Maoris beiwohnen und dabei behaarten Männern in

knappen Fellen und wilden Bemalungen im Gesicht zusehen, wie sie mit den Augen rollen und

ruckartige Bewegungen ausführen

18:20 Uhr staunend durch das künstlich angelegte Maori-Dorf laufen, einen Touri auslachen, der

entdeckt wurde, wie er hinter einer Maori-Holzhütte versucht hat zu pinkeln

18:40 Uhr im Versammlungshaus der Geschichte der Maori lauschen, aber nicht allzu viel bewegen,

sonst hat der Opa eine Reihe weiter Deinen Kopf im Bild!!

19:15 Uhr Dich am reichlichen Maori-Buffet mit gegarten Möhren, Pellkartoffeln, Hähnchenschenkeln,

Nudelsalat, Fisch und diversen anderen Speisen laben – dabei die unprofessionellen

Kommentare von deutschen Touristen, dass essen wäre ja nicht so nach ihrem Geschmack, überhören

und sich als Engländer ausgeben

19:45 Uhr noch mal zum Büffet gehen, das Dessert-Büffet entdecken und den noch vorhandenen Platz

im Magen lieber mit warmem Schokoladenkuchen, Baiser-Früchten und Vanille-Soße füllen

20:05 Uhr im Souvenir Shop zumindest versuchen Geld auszugeben

20:30 Uhr wieder in den Bus zum Fahrer Dennis einsteigen, der über die gesamte Rückfahrt Refrains

von Oldies singt, die noch nicht mal Deine Eltern kennen und vier Runden im Kreisverkehr fährt

21:15 Uhr in den Camper-Van steigen und Schlafplatz für die Nacht suchen

22:00 Uhr todmüde auf die Schaumstoffmatte knallen, die sich dein Bett nennt

- Gute Nacht! -

P.S.: Haben es endlich geschafft die Bilder von Christchurch hochzuladen!

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Waitomo Caves

April 1st, 2009 by PhilMel

Nach drei spannenden Tagen in und um Taupo, in denen wir schöne Wasserfälle, reißende Stromschnellen und „Shawn the Prawn“ besucht (und auch viele seiner Brüder gegessen) haben, sind wir nach Waitomo aufgebrochen. So gegen Mittag kamen wir in dem kleinen Örtchen an und keine halbe Stunde später warteten wir bereits vor den Aranui Caves mit einer Handvoll anderer auf unseren Guide. Als er kam, wurden wir herzlich begrüßt und eingeladen, ihm den Weg hinauf und dann in die Höhle zu folgen. Begleitet von kleinen Anekdoten aus seinem Leben als Höhlenforscher wanderten wir durch diese riesige und beeindruckende Tropfsteinhöhle, die mit verschiedenen Lichtquellen gekonnt in Szene gesetzt wurde. Stellenweise war es allerdings auch stockdüster, was uns aber nicht weiter kümmerte, bis wir den Rückweg antraten. Wir hatten uns ein wenig mit dem Guide verquatscht, so dass wir die Letzten waren, die das Höhlensystem verließen und kurz vor dem Ausgang leuchtete er mit seiner Taschenlampe eine von den düsteren Stellen an und gab damit dutzende riesige, fette Spinnen preis, die sich mehr oder weniger plump fortbewegten. „Sometimes they are so stupid, they fall down!“ lachte er röchelnd. Ach nein, wie aufregend. Wo war der Ausgang bitte???

Direkt im Anschluss haben wir noch an der Glowworm-Tour teilgenommen, wo wir zuerst durch eine kleinere Tropfsteinhöhle geführt wurden, an deren Ende eine Art riesige Halle auf uns wartete, die die Bewohner von Waitomo die „Kapelle“ nennen. Aufgrund des schönen Halls haben hier angeblich schon Pop-Ikonen wie Sting gesungen. Nach einer imposanten Gesangsdarbietung unserer Führerin sollten wir in ein großes Boot steigen und wurden ermahnt, in den nächsten Minuten mucksmäuschenstill zu sein, da wir ja die armen Glühwürmchen nicht unnötig stressen wollen. Und so glitten wir lautlos durch das dunkle Wasser in eine noch dunklere Höhle. Beim Blick nach oben hätte es uns fast die Sprache verschlagen, wenn wir nicht eh schon ein Redeverbot auferlegt bekommen hätten. So viele Glühwürmchen auf einmal hat wohl keiner aus der Gruppe jemals zu sehen bekommen. Es sah fast aus wie der Himmel in einer wolkenlosen Nacht, der von Sternen nur so wimmelt. Natürlich mit dem Unterschied, dass es keine Sterne sind, sondern vielmehr Larven von Pilzmücken. So romantisch!

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Welly und der Interislander

März 29th, 2009 by PhilMel

Die Fahrt nach Picton war, mal abgesehen von der üblichen Berg- und Tal- und Berg- und Talfahrt, zwischendurch mit engen, todesmutigen 200 Grad – Kurven gespickt und Philipp ist so schlecht geworden, dass ich wirklich dachte, das Frühstück kommt ihm wieder hoch.

Picton selbst ist ganz nett und mit den vielen Shops und Essensmöglichkeiten kann man sich hier gut die Zeit vertreiben, bis man mit dem Interislander oder der Blue Ferry nach Wellington übersetzt. Nachdem Philipp am Strand einen kleinen Vogel mit Eiswaffeln süchtig gemacht hat, sind wir so gegen zehn auf die Fähre gelotst worden. Eingeklemmt zwischen zwei großen Trucks haben wir unseren Van stehen lassen und uns im Café mit Chips und nem Fläschchen Becks (endlich wieder richtiges Bier!!) versorgt. Während wir dem Geplapper des Fernsehers lauschten, bauten die meisten um uns herum ihr Nachtlager auf und wickelten sich in Decken und Schlafsäcke. Und als hätten wir nicht eh schon das Gefühl, dass wir die Irren anziehen, wie das Licht die Motten, zog sich ein älterer Herr genau einen Meter vor uns bis auf die sehr alte und mitgenommene Unterhose aus, ehe er sich in seinen Schlafsack zwängte und selig in monotones Schnarchen verfiel. Und während wir noch überlegten, ob man solche Bilder vielleicht mit einem Laser von der eigenen Netzhaut löschen kann, begann die Fähre immer stärker zu schwanken. Selbst Philipp, dem so was normalerweise nichts ausmacht, bewegte sich nicht mehr, als notwendig, um die Chips, die sich unangenehm im Magen bemerkbar machten, irgendwie drin zu behalten. Richtig so, wir haben ja schließlich auch dafür bezahlt!

Da es in Wellington keine Campingplätze gibt, haben wir die Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz verbracht und sind am nächsten Morgen direkt zum Worldwide Backpackers Hostel gefahren, um einzuchecken. Wir hatten das Hostel schon drei Tage zuvor gebucht und waren von dem Angebot absolut begeistert: Kostenloses Frühstück, Wein am Abend, freies Internet auch noch recht nah am Stadtzentrum von Wellington.

Als wir ankamen, waren unsere Zimmer (obwohl wir extra angegeben hatten, dass wir früh kommen) noch nicht fertig. Aber dafür konnten wir in die Küche, um zu frühstücken. Jipee! Wir hatten natürlich kein reichhaltiges Buffet erwartet, aber doch schon mehr, als nur labbriges Toastbrot, salzige Butter und leicht ranzige Erdbeermarmelade. Zudem war die Küche total verdreckt, überall lag Müll rum und ein ekliger Fettfilm zog sich über Küche, Boden und Geschirr. Als Backpacker ist man ja nicht so zimperlich und so haben wir das Beste draus gemacht.

Auch eine Stunde später war das Zimmer noch nicht fertig, da alle rauchend und Kaffee trinkend draußen saßen, sich unterhielten und so schnell kein Ende abzusehen war. So haben wir uns eben schmutzig ins Stadtzentrum aufgemacht.

Gegen halb drei waren wir wieder im WWB, wo uns gesagt wurde, dass es nicht mehr lange dauert, dass Zimmer sei gleich fertig, wir könnten ja schon mal unsere Sachen rein bringen. Dort trafen wir einen halb in den Bettbezug eingewickelten jungen Mann, der mit Mühe und Not versuchte sein erstes Bett zu beziehen. Das Zimmer an sich war echt schön, viel besser als in den anderen Hostels, aber unsere Laune hob sich nur kurz, da die (einzige) Dusche eklig nach Schimmel roch und überall die verschiedensten Haare klebten (und damit meinen wir nicht nur Haarfarben!!).

Tja und leider war in dem Hostel auch an Schlaf nicht zu denken. So gegen halb zehn ging es los: Draußen auf dem Flur wurde gelacht, gescheppert, geschrieen, irgendwer spielte Fangen, Musik dröhnte aus Lautsprechern, jemand telefonierte vor unserer Tür mit einem anscheinend Gehörlosen, in der Küche wurde lauthals gestritten (da hatte sich jemand erdreistet anstatt des billigen Tütenweins tatsächlich den guten Tütenwein zu trinken) und auf dem Klo kotzte sich jemand die Seele aus dem Leib.

Wir haben dem Treiben eine Weile zugehört und sind dann so gegen halb drei aus der Hippie-Kommune geflüchtet, um doch wieder in unserem Van geschlafen! Echt schade um das Geld!

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Abel Tasman National Park

März 26th, 2009 by PhilMel

Heute sind wir von Motueka nach Kaiteriteri gefahren, wo uns am goldfarbenen Strand der Golden Bay das Maxi Taxi zu unserer Tour entlang am Abel Tasman National Park abholen sollte. Außer einem überdimensionalen Campingplatz, der an der einzigen Straße durch den Ort liegt, gab es noch ein kleines Café mit einem wunderschönen Ausblick auf den tatsächlich goldfarbenen Strand. So haben wir uns dort lässig in die Sonne gesetzt und bei einem Cappuccino auf unsere Mitfahrgelegenheit gewartet.

Gegen eins näherte sich dann auch das kleine, gelbe Speed-Boat dem Strand und man rief uns zu, wir sollten die Schuhe ausziehen, Hosen hochkrempeln und dann ab durchs Wasser ins Boot. Als wir alle drin waren, bekamen wir unsere Life-Jackets und den Hinweis „The sea is a little bit bumpy today! But we try to keep you dry!“ Erst haben wir darüber nur geschmunzelt, aber als der Motor mit Vollgas gestartet wurde, schob sich eine nicht gerade kleine Menge Wasser an der Seite des Bootes vorbei und klatschte triumphierend auf uns nieder! Von vorne hörten wir nur: „Ups!“

Während Philipp die nächsten eineinhalb Stunden enormen Spaß bei dem ganzen auf und ab hatte, versuchte ich mich darauf zu konzentrieren, nicht grün anzulaufen und war heilfroh, als wir einen Stop auf Awaroa machten und aus dem Boot steigen konnten. Während die anderen direkt weiter fuhren, blieben wir beide für die nächsten zwei Stunden auf dem einsamen Strand zurück und wanderten durch den Dschungel zur Awaroa Lodge. Dort ließen wir uns am Kamin mit einem Kuchen nieder, um meinen Magen milde zu stimmen.

Da außer uns niemand mehr am Strand war und sich der Himmel immer weiter zuzog, waren wir heilfroh, als mit zwanzig Minuten Verspätung das kleine, gelbe Taxi am Horizont auftauchte. Die Rückfahrt war ebenso holprig, wie die Hinfahrt, aber zwischendurch haben wir das Tempo kurz gedrosselt und konnten Delphine beobachten, wie sie neugierig hinter dem Maxi Taxi herschwammen. Es war so schön die Delphine in der freien Natur zu sehen! Der Kommentar unserer Begleiter fiel ein wenig anders aus: „Guck mal, Flipper! Meinst Du, die können auch so Kunststücke?“

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Franz Josef Gletscher

März 22nd, 2009 by PhilMel

Nachdem wir ernüchternd feststellen mussten, dass die Preise für eine Wanderung auf dem Franz-Josef Gletscher mindestens genauso hoch waren, wie der Gletscher selbst, entschieden wir uns, dieses Naturschauspiel lieber von der Ferne aus zu betrachten und wanderten den steinigen Franz-Josef-Walkway bis zum Gletschertor. Ein paar hundert Meter davor kamen wir an eine Absperrung mit der Aufschrift „Dangerous – Do not pass without guide“. Da wir in den Nachrichten schon von mindestens drei Touristen gehört hatten, die seit Sommerbeginn ums Leben gekommen waren, weil sie eben genau diese Warnung ignorierten, hielten wir uns brav an die Anweisung und gingen nicht weiter. Wir bildeten damit aber die Ausnahme, da wirklich jeder (selbst mit drei kleinen Kindern im Gepäck) das Schild absichtlich übersah und mehr oder weniger ungeschickt über die Absperrung kletterte. Na dann mal „Hals- und Beinbruch“!

Um unseren müden Knochen etwas Erholung zu gönnen, sind wir anschließend ins Franz-Josef Spa und haben uns in den 36-40 Grad heissen Hot Pools entspannt, ehe wir abends noch weiter in das kleine, verträumte Örtchen Hokitika gefahren sind. Dort sind wir dann mit einem Bierchen (sofern man das hier Bier nennen kann) den Strand entlang spaziert und haben uns den Sonnenuntergang angeschaut.

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Milford Sounds (Sandfliegenmassaker Teil 2)

März 21st, 2009 by PhilMel

Nachdem wir von Dunedin bis nach Te Anau, dem Tor zu den Milford Sounds, gute viereinhalb Stunden gebraucht hatten, machten wir dort erst einmal Halt und erkundigten uns im Visitor Center nach freien Plätzen auf einer der Bootstouren. Zum Glück war noch jede Menge frei und so buchten wir die Scenic Tour von RedBoat-Cruises für den nächsten Tag. Da in Te Anau nicht viel los zu sein schien, machten wir uns direkt auf den Weg nach Milford, der uns über die 120 km lange Milford Road führte. Zuerst fuhren wir ein paar Kilometer durch weite, trockene Felder, ehe sich die Vegetation schlagartig zu einem dicht bewachsenen Wald aus meterhohen Farn-Palmen wandelte.

Nach etwa 100 Kilometern mussten wir durch den Homer Tunnel fahren oder wie wir ihn nennen, „den Grusel-Tunnel“! Mal abgesehen davon, dass es stockfinster war und die Mini-Leuchten am Campervan uns nur das nötigste Licht spendeten, war der ganze Weg rutschig und nass, da es aus jeder auch noch so kleinen Felsspalte tropfte. Zu allem Überfluss war die Straße auch noch recht schmal und links sowie rechts leicht abschüssig, so dass wir ernsthaft daran zweifelten, auf der anderen Seite heil wieder raus zu kommen.

Wir haben es dann doch überlebt und es kam uns so vor, als wären wir in einer anderen Welt gelandet. Wir waren umgeben von riesigen, steilen Felswänden, jeder Menge Regenwald uns überall konnte man Keas kreischen hören. Um das wunderschöne Panorama mit der Kamera festzuhalten, wollten wir eigentlich an einem der Aussichtspunkte halt machen, doch es dauerte keine zehn Sekunden und wir wurden Schwärmeweise von Sandfliegen belagert. Wir mussten bei der Flucht in den Wagen ähnliche Laute von uns gegeben haben, wie die Papageien, denn die Familie, die gerade an uns vorbeiwanderte, starrte uns mit tellergroßen Augen an! Egal, die sehen wir eh nie wieder!

Unser Nachtlager schlugen wir auf einem der Stellplätze der Milford Sounds Lodge auf, wo wir es uns angesichts der Armada aus Sandliegen, die sich auf dem Van niedergelassen hatte, lieber drinnen gemütlich machten und es tunlichst vermieden nach draußen zu gehen, geschweige denn eines der Fenster zu öffnen. Und da Schadenfreude ja bekanntlich eine der schönsten ist, konnten wir uns das ein oder andere Lächeln am nächsten Morgen nicht verkneifen, als wir in der Dusche einige von denen antrafen, die ihren Wagen am Abend zuvor zum Lüften offen hatten stehen lassen und jetzt so aussahen, als sie eine ansteckende Krankheit.

Die Schiffstour durch den 15 km langen Fjord war ein absolutes Highlight und gehört definitiv zu den Must-Do´s in Neuseeland. Vorbei an imposanten Felswänden, die aus dem Wasser ragten und jeder Menge Wasserfälle, konnten wir auch wieder ein paar faulen Robben beim Sonnenbad zuschauen. So lässt es sich leben!!

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Dunedin

März 19th, 2009 by PhilMel

Die letzten zwei Tage haben wir beide in dem Städtchen Dunedin verbracht und dort unter anderem Cadbury World besucht! Schon bevor die Tour durch das lecker duftende Schokoladenwerk losging bekam erstmal jeder von uns eine kleine Tüte mit zwei Schokoriegeln! Sehr lobenswert! Uns wurden noch weitere Gratis-Riegel versprochen, falls wir uns merken würden, was unser Guide so alles während der Tour erzählt, und nachher seine Fragen beantworten können. (So hätten das die Lehrer damals in der Schule auch machen sollen!!!) Auch ohne irgendeine Frage beantwortet zu haben, waren unsere beiden Tüten am Ende so voll, dass wir in dem Cadbury Shop gar nicht mehr Halt gemacht haben. *g*

Um die süßen Leckereinen daran zu hindern, es sich auf unseren Hüften allzu bequem zu machen, haben wir auch die Baldwin Street, die sich mutig die „steilste Straße der Welt“ nennt, besucht und versucht sie joggend zu erklimmen. Doch nach einigen Metern war klar, dass wir nicht so viel Luft in unsere Lungen saugen konnten, wie wir gebraucht hätten, um so bis nach oben zu kommen. So haben wir das Tempo gedrosselt und sind gewalkt. Die Mühe hat sich auf alle Fälle gelohnt, denn oben angekommen konnten wir unser Überlebens-Zertifikat in Empfang nehmen! Juchuuu…

Das absolute Highlight war jedoch der Tunnel-Beach-Walkway! Nach einigen Irrfahrten am Rande von Dunedin hatten wir ihn mit etwas Glück gefunden und machten uns an den 20-minütigen Abstieg. Begleitet wurden wir dabei von einer kleinen Herde Schafe, die klackernd vor uns herlief, weil sie alle getrocknete ******** am Hintern baumeln hatten. Unten angekommen standen wir auf Felsklippen, die vom tosenden Meer umspült wurden. Einfach gigantisch!

Nachdem wir eine Weile dort unten gesessen und ein paar Fotos gemacht hatten, waren wir schon im Begriff den 40-minütigen Rückweg anzutreten (ihr lest Richtig: runter 20 min – rauf 40 min), als Philipp einen kleinen Tunnel erspähte. Nachdem wir uns durch den engen und vor allem nassen Weg durch die Felsen gequetscht hatten, standen wir auf einem kleinen Strand, der von riesigen Klippen eingezäunt war. Tja, da hätten wir beinahe den Tunnel-Beach-Walkway gemacht ohne Tunnel und Beach zu sehen!

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