Milford Sounds (Sandfliegenmassaker Teil 2)
Nachdem wir von Dunedin bis nach Te Anau, dem Tor zu den Milford Sounds, gute viereinhalb Stunden gebraucht hatten, machten wir dort erst einmal Halt und erkundigten uns im Visitor Center nach freien Plätzen auf einer der Bootstouren. Zum Glück war noch jede Menge frei und so buchten wir die Scenic Tour von RedBoat-Cruises für den nächsten Tag. Da in Te Anau nicht viel los zu sein schien, machten wir uns direkt auf den Weg nach Milford, der uns über die 120 km lange Milford Road führte. Zuerst fuhren wir ein paar Kilometer durch weite, trockene Felder, ehe sich die Vegetation schlagartig zu einem dicht bewachsenen Wald aus meterhohen Farn-Palmen wandelte.
Nach etwa 100 Kilometern mussten wir durch den Homer Tunnel fahren oder wie wir ihn nennen, „den Grusel-Tunnel“! Mal abgesehen davon, dass es stockfinster war und die Mini-Leuchten am Campervan uns nur das nötigste Licht spendeten, war der ganze Weg rutschig und nass, da es aus jeder auch noch so kleinen Felsspalte tropfte. Zu allem Überfluss war die Straße auch noch recht schmal und links sowie rechts leicht abschüssig, so dass wir ernsthaft daran zweifelten, auf der anderen Seite heil wieder raus zu kommen.
Wir haben es dann doch überlebt und es kam uns so vor, als wären wir in einer anderen Welt gelandet. Wir waren umgeben von riesigen, steilen Felswänden, jeder Menge Regenwald uns überall konnte man Keas kreischen hören. Um das wunderschöne Panorama mit der Kamera festzuhalten, wollten wir eigentlich an einem der Aussichtspunkte halt machen, doch es dauerte keine zehn Sekunden und wir wurden Schwärmeweise von Sandfliegen belagert. Wir mussten bei der Flucht in den Wagen ähnliche Laute von uns gegeben haben, wie die Papageien, denn die Familie, die gerade an uns vorbeiwanderte, starrte uns mit tellergroßen Augen an! Egal, die sehen wir eh nie wieder!
Unser Nachtlager schlugen wir auf einem der Stellplätze der Milford Sounds Lodge auf, wo wir es uns angesichts der Armada aus Sandliegen, die sich auf dem Van niedergelassen hatte, lieber drinnen gemütlich machten und es tunlichst vermieden nach draußen zu gehen, geschweige denn eines der Fenster zu öffnen. Und da Schadenfreude ja bekanntlich eine der schönsten ist, konnten wir uns das ein oder andere Lächeln am nächsten Morgen nicht verkneifen, als wir in der Dusche einige von denen antrafen, die ihren Wagen am Abend zuvor zum Lüften offen hatten stehen lassen und jetzt so aussahen, als sie eine ansteckende Krankheit.
Die Schiffstour durch den 15 km langen Fjord war ein absolutes Highlight und gehört definitiv zu den Must-Do´s in Neuseeland. Vorbei an imposanten Felswänden, die aus dem Wasser ragten und jeder Menge Wasserfälle, konnten wir auch wieder ein paar faulen Robben beim Sonnenbad zuschauen. So lässt es sich leben!!
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